icq screenshot
   

„Aah-Ooh“ – wer kennt’s noch? Beim Ertönen dieses Sounds gleich an den PC und den Messenger checken. So war das damals…Klar, die Rede ist von ICQ, DEM Messenger-Dienst der 2000er.

„Gibst du mal dein ICQ?“

Als klassischer Messenger war ICQ so etwas wie WhatsApp für den Computer. Man konnte mit Freunden chatten, später auch telefonieren oder videotelefonieren. Alles was man brauchte war eine E-Mail und einen Spitznamen. Gefunden wurde man mit der neunstelligen ICQ-Nummer. Die konnte man natürlich auswendig, denn wenn jemand gefragt hat, dann musste es schnell gehen – Einen potentiellen virtuellen Kontakt, den lässt man sich nicht entgehen.

Nach der Schule…

Besonders beliebt war der Messenger-Dienst bei Jugendlichen, die nach der Schule dort mit ihren Freunden kommuniziert haben. Erst einmal nach Hause fahren, Computer an und ICQ auf: „Aah-Ooh“! „Was waren nochmal die Mathe-Hausaufgaben?- Was, sooo viel? Kannst du mal schicken?“ oder „Hast du noch Fotos vom letzten Wochenende?- Schick mal rüber!“ Neben den damals noch recht kostspieligen SMS war ICQ damit einer der ersten kostenlosen Messenger Dienste, die neue Pfade im Kommunikationsverhalten digital-affiner Menschen eröffnete. Außerdem gab es schon eine ganze Reihe an Ablenkungsmöglichkeiten, vor allem für jene, denen die Hausaufgaben dann doch zu stressig waren. In Online Spielen wie „Rock, Paper, Scissors“ oder „Slide-a-lama“ konnte man nicht nur gegen Freunde aus der eigenen Kontaktliste, sondern auch gegen zufällig ausgewählte Nutzer spielen. Auch die beliebten ICQ-Friendship Cards erheiterten so manches Gemüt.

ICQ erobert die Messenger-Welt

ICQ steht als Homophon für „I seek you“. Ursprünglich 1996 in Israel gestartet, feierte der Dienst seine großen Erfolge in den 2000ern und wurde hierzulande auch in verschieden gebrandeten Versionen angeboten.
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Als AOL die Software 1998 von den israelischen Gründern kaufte, war der Messenger den Amerikanern ganze 407 Millionen US-Dollar wert. Zu Anfang des neuen Jahrtausends hatte der Service bereits mehr als 100 Millionen Nutzer – eine beachtliche Zahl, ganz besonders vor Hintergrund der damaligen Zahlen zur Internetnutzung. Schnell hatte sich der Pionier als Marktführer im Instant Messaging etabliert.

Ins Abseits gedrängt

Langfristig jedoch wurde ICQ ins Abseits gedrängt. Das Zeitalter der Messenger und Kommunikationsplattformen war offiziell eingeleitet: Immer mehr Plattformen für Messaging eroberten den Markt, viele davon auch bald mobil auf dem Smartphone. Von ICQ stieg die Jugend hierzulande allmählich auf Schüler- und StudiVZ um, und auch wer-kennt-wen machten die Runde. Viele Nutzer haben sich schlichtweg für ein oder zwei Kanäle entschieden. ICQ konnte nicht mithalten und zog im mobilen Bereich zu spät nach. Denn gerade in Konkurrenz zu WhatsApp, Facebook Messenger und Co. lohnte sich ein Desktop-orientierter Messenger nicht mehr wirklich – und viele Nutzer waren bereits umgezogen. Im Jahr 2010 wurde ICQ von seinem langjährigen Besitzer AOL an die russische Mail.Ru Group weiterverkauft. Beim Verkauf kostete das Programm nicht einmal mehr 200 Millionen US-Dollar und hatte bereits mehr als die Hälfte seiner Nutzer verloren. Die Mail.ru Gruppe, der ICQ heute gehört, bastelt dennoch fleißig weiter und hat den Dienst nun als Mitbewerber von Skype und Google Hangouts ins Rennen geschickt. Vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen mit dem beliebtesten Messenger der frühen 2000er.

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