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Nicht nur in zahlreichen Foren, Artikeln und Beiträgen wird sie heiß gehandelt: Künstliche Intelligenz (K.I.) wird sich in den kommenden Jahren zum Game-Changer der digitalen Welt entwickeln. Auch im Marketing führt das zu Konsequenzen: Viele der bisherigen Content-Strategien werden durch die neuen Möglichkeiten auf den Kopf gestellt und damit zu einer großen Herausforderung für Unternehmen. Aber wie kann das Marketing davon profitieren und wie wird es sich dadurch verändern?

Content-Marketing bleibt Nr. 1

Content-Marketing ist eine der effizientesten Marketingstrategien, die derzeit zur Verfügung stehen, denn es lässt sich zielgenau einsetzen, passend skalieren und ausgezeichnet überwachen. So haben Unternehmen es in den vergangenen Jahren geschafft ihre CPL (Cost per Lead) deutlich zu senken und gleichzeitig größere oder genauer definierte Zielgruppen zu erreichen. Jedoch ist die simple Konfrontation mit statischem Content aufgrund des Content-Schocks immer weniger gefragt: Die Nutzer möchten interaktive Inhalte. Um solche Erkenntnisse für das eigene Marketing generieren zu können, kann künstliche Intelligenz wertvolle Hinweise liefern, indem sie das Nutzerverhalten beobachtet und Engagement fördert.

Künstliche Intelligenz schon heute im Einsatz

Künstliche Intelligenz ist ein Trend, der auf das Marketing Einfluss nehmen wird und gegenwärtig bereits damit beginnt. In den nächsten Jahren wird K.I. womöglich die Content-Landschaft auf ein Neues umkrempeln – und vielerorts ist sie schon im Einsatz. So sind beispielsweise die Suchergebnisse bei Google nicht nur durch künstliche Intelligenz generiert, der Algorithmus lernt auch immer mehr über die Semantik von Nutzeranfragen, um besser verstehen zu können, wonach Nutzer suchen oder künftig suchen möchten. K.I. ist längst nicht mehr nur eine Theorie, sondern bereits in der Praxis angekommen. Die japanische Versicherung Fukoku Mutual Life Insurance nutzt die künstliche Intelligenz des IBM Systems „Watson“ für Fallbearbeitung. Der Supercomputer wertet dabei nicht nur Schadensmeldungen und E-Mails von Versicherten aus, sondern erkennt darüber hinaus auch inhaltliche Zusammenhänge. Auch Emotionen kann „Watson“ verstehen: Das System liest aus den Äußerungen, ob ein Kunde verärgert ist oder sich mit Ironie mitteilt. Wie aber wird K.I. im Content-Marketing wirken? Grundsätzlich ist hier neben der Automatisierung von Marketing, Seeding, Distribution und SEO die Vernetzung und die Kombination von Inhalten besonders relevant. Schließlich soll K.I. nicht nur in der Lage sein Inhalte miteinander zu verbinden, sondern auch eigenständig zu verstehen und auf relevanten Plattformen zu publizieren und distribuieren.

Marketing profitiert von automatisierter Unterstützung

Ganz besonders für international agierende Unternehmen kann das von Vorteil sein, denn wenn mehrere Sprachen im Einsatz sind, kann K.I. wahre Wunder in kurzer Zeit bewirken und dazu beitragen, dass Kommunikation zunehmend barrierefreier wird. Neben automatischen Übersetzungen schließt das auch mit ein, dass Computersysteme künftig mehr über das Kommunikationsverhalten von Nutzern erfahren und auch Themenrelevanzen verschiedener Nutzergruppen analysieren können. Die gewonnenen Informationen können für Unternehmen bei der Schwerpunktsetzung für die eigene Content-Produktion sehr hilfreich sein.
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"Die Content-Marketing-Lüge"

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Doch werden Algorithmen künftig auch in der Lage sein, Beiträge selbstständig zu verfassen? Tatsächlich ist K.I. bereits fähig dazu, Content zu bestimmten Vorgaben in lesbarer Form zu erstellen und eigenständig Inhalte dafür zu suchen. Das geschieht in vielen Fällen schon in unserem direkten Umfeld, beispielsweise, wenn wir Informationen zu Sport, Wetter oder der Börse konsumieren. Einige Unternehmen nutzen künstliche Intelligenz auch für die technische Redaktion: So lassen sich mithilfe von Bots zum Beispiel technische Daten in Produktbeschreibungen umwandeln.

Einfluss auf Redaktionen

Ob der Journalismus und andere Autorenberufe dadurch verschwinden ist eine legitime Frage, doch in der Praxis scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. In der Tat übernimmt K.I. bereits heute schon klassische redaktionelle Aufgaben, beispielsweise für das britische Marketing Magazin „The Drum“. Hier gestaltete IBM’s Watson sogar eine ganze Ausgabe eigenständig. Doch letztlich, so die Erwartung vieler Spezialisten, wird lediglich die bisherige Art und Weise des Journalismus und der Redaktionsarbeit schwinden, nicht jedoch der eigentliche Journalist. So wird K.I. künftig womöglich eine wichtige Kollegin in vielen Redaktionen sein und Journalisten, Content Manager und Editor dabei unterstützen, Informationen zu sammeln und zu verlinken, zu verstehen, zu ordnen und entsprechend der Interessen von Zielgruppen anzupassen. Selbst wenn K.I. auch emotionale Themen verstehen und bearbeiten kann, so bleibt der Mensch jedoch auch weiterhin die wichtigste Ressource in der Arbeit mit Textbeiträgen, denn Assoziationen, nuancierte Ausdrucksweisen, Interpretationen und ein globales Textverständnis sind Dinge, die eine künstliche Intelligenz noch nicht verstehen kann.

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#Content Marketing #Künstliche Intelligenz

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