In stillem Gedenken an ausgestorbene Technologien: Pager (1996-2002)

Früher trug man am Gürtel noch kleine Geräte, die Pager. Sie machten ihre Besitzer unglaublich wichtig und stolz. Bevor SMS den Markt eroberten, waren sie Mitte der 90er Jahre der „coolste“ Weg zu kommunizieren. Gelohnt haben sich die kleinen Geräte allerdings nur für wirklich wichtige Nachrichten, denn Smalltalk wurde damit schnell teuer. So stellte sich heraus, dass die Pager äußerst selten piepsten.

Alles muss klein beginnen

Man könnte sie als Vorfahren unserer heutigen Whatsapp Kommunikation bezeichnen: Pager. Sie kamen 1996 als Quix, Scall oder TelMI auf den Markt. Kleine knubellige Geräte mit LED-Bildschirm wie bei einem Taschenrechner. Es war eine Zeit, in der man im Café vergeblich wartete, komplett ahnungslos, warum man gerade versetzt wurde. Es gab Festnetz-Telefone und Telefonzellen. Dann kam der Pager. Vom Telefon aus konnte man kurze Nachrichten auf den Pager senden. Ein bisschen wie beim Telegramm. Im Grunde gut: Niemand muss mehr unnütz warten.
Doch war kaum einer bereit, 1,44 D-Mark für eine Nachricht zu zahlen, die man senden will. Dumm war auch:
Wenn man in Stau steht und sagen möchte, dass man später ins Café kommt, ist meist kein Festnetzanschluss zu Hand.

Vorläufer des Mobiltelefons

Die Idee war gut: Jeder Pager hatte eine Telefonnummer. Wer sie anrief, konnte eine kurze Nachricht hinterlassen, wenn er nicht weiter als 25 Kilometer entfernt war. Es konnte passieren, dass die Nachricht nie übermittelt wurde. Oder man schreibt: Ruf mich dringend zurück! Doch im Dorf ist einfach kein Telefonhäuschen zu finden. Geht leider nicht mit dem Rückruf. So kam die gute Idee nie wirklich in der Praxis an.
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Da Pager nur Zahlen empfangen konnten, wurden Texte mit einem Code namens Scode in Zahlen und dann wieder in Buchstaben verwandelt. Die Grenze lag bei 80 Zeichen. Eine nette Technologie für Menschen, die noch Wählscheiben kannten. Das Schöne war aber:
Wie ein Baby irgendwann keinen Schnuller mehr braucht, brauchen auch wir keinen Pager mehr – denn das Mobiltelefon kam. Und mit ihm die SMS.

Auf dem Grabstein des Pagers steht: Netter Versuch

Im neuen Jahrtausend war früh Schluss mit dem pagen, man simste ab dann. Beim komatösen Quix wurden am 31. Dezember 2000 die Maschinen abgeschaltet. TelMI und Scall folgten 2002 in den Pager-Himmel. Von dort oben konnten sie verfolgen, dass die Technologie zumindest in Krankenhäusern und Kliniken weiterhin eingesetzt wurde. Und das bis heute. Trotz ihres traurigen Endes dürften sie sich freuen: Denn aus ihnen ist irgendwie das Smartphone geworden. Das gehört zur Familie.

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