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Alternative Logins – was bringt die Zukunft noch?

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27. Jun 2018

Das Passwort, einer der zentralen Pfeiler der Computerwelt, verliert an Bedeutung. Für das Entsperren des Smartphones und den Login bei der eBanking-App gibt es längst Alternativen zu PIN-Codes und Kennwörtern. Biometrische Verfahren sollen in Zukunft Authentifizierungsvorgänge noch sicherer machen und dennoch komfortabel sein.

Ob „123456“, „hallo123“ oder „passwort“ – die beliebtesten deutschen Kennwörter sind eingängig wie ein Schlager von Helene Fischer und leicht zu knacken, denn sie stehen auf Listen, die Hacker benutzen. Ob Ihr Passwort dabei ist, erfahren auf https://haveibeenpwned.com/Passwords. Aber wenn Sie sich komplexere Kennwörter ausdenken, ereilt sie schnell ein typisches Passwort-Schicksal: Es wird vergessen. Zugangskontrolle alleine per PIN oder Passwort zählt daher schon länger nicht mehr zum Top-Stand der Technik für eine digitale Welt, der wir unsere privaten Details, sensible Firmendaten sowie den Zugriff auf unser Geld anvertrauen.

Immerhin scheint sich beim Nutzer der ewige Kampf zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit allmählich zugunsten der Sicherheit zu drehen, wie eine jüngst erschienene IBM-Studie zeigt .

Grundlage moderner Authentifizierung sind heute vor allem mehrstufige Verfahren. Dabei sollen mindestens zwei von folgenden drei Elementen Teil des Vorgangs sein:

  • etwas, das der Benutzer weiß, klassischerweise Passwort oder PIN
  • etwas, das der Benutzer besitzt, beispielsweise eine Bankkarte mit Chip
  • etwas, das der Benutzer ist, womit insbesondere körperliche Eigenschaften gemeint sind.

Gerade das letztere Element, bekannt als Biometrie, bietet im Alltag einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit. Insbesondere die Entsperrung per Fingerabdruck hat sich in den letzten Jahren bei Smartphones verbreitet.

Biometrische Authentifizierung

Prinzipiell eignen sich viele Eigenschaften des menschlichen Körpers für Biometrie, so lange sie sehr individuell und weitgehend unveränderlich sind. Da der Fingerabdruck diese Kriterien sehr gut erfüllt und er leicht zu erfassen ist, hat er sich für Alltagszwecke etabliert.

Apple bietet mit Face ID eine Authentifizierung per Gesichtserkennung an und ist damit im Smartphone- bzw. Consumerbereich wieder einmal Vorreiter. Prinzipiell ist auch dieses Verfahren schnell und daher alltagstauglich, erfordert aber deutlich mehr Rechenleistung und höherwertige Kameras.

Die Iris-Erkennung gilt in Bereichen mit erhöhten Hygieneanforderungen als gut geeignet, da sie keinen Flächenkontakt zwischen Körper und Scanner erfordert. Auch lässt sich im professionellen Bereich die Akzeptanz für diese Methode eher erreichen, denn nicht jedem Menschen ist es angenehm, dem Computer einen „tiefen Blick“ in die Augen zu gewähren.

Die Stimme ist ebenfalls eine biometrische Größe, die genutzt wird, um beispielsweise über Telefon zu authentifizieren. Allerdings läuft hier ein kleiner, ungewollter Wettbewerb zwischen Stimmerkennung und Stimmsynthese. Letztere wird immer besser darin, einen Sprecher nachzuahmen .

Gute Chancen, künftig eine größere Rolle zu spielen, haben die Handgeometrie und die Geometrie der tiefer liegenden Venen der Hand. Das Venenmuster ist selbst bei Zwillingen verschieden und bleibt zeitlebens gleich. Ferner kann ein Scanner auch den Blutfluss registrieren. Damit ist es praktisch unmöglich, einen Scanner durch eine Hand-Kopie zu ersetzen.

Gegen eine Authentifizierung per DNS, der Erbgutinformation eines Menschen, sprechen derzeit nicht nur der technische Aufwand, sondern auch ethische Bedenken. Auch langfristig werden andere Verfahren deutlich praktikabler sein.

Der Trend geht kontinuierlich zu biometrischen Authentifikationsverfahren. Gerade die jüngeren Nutzer, für die Biometrie nicht wesentlich neuer ist, als das gute alte Passwort-Verfahren, vertrauen der Biometrie mehr als die älteren. Aber durch den Komfort und die Alltagstauglichkeit von Fingerabdrucksensoren und Gesichtserkennung gewinnt die Biometrie in allen Nutzergruppen kontinuierlich an Boden. Dennoch wird sich Biometrie nicht als einziges Verfahren durchsetzen: Für alle als halbwegs kritisch eingestuften Systeme wird in den nächsten Jahren für den Zugang auch weiterhin mehr nötig sein als nur ein Körperteil.

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