Datenschutz im Internet of Voice

Datenschutz im Internet of Voice

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08. Jun 2018

Digitale Sprachassistenten wie Siri, Google Now, Cortana oder Alexa halten verstärkt Einzug in den Alltag. Solche sprachgesteuerten Assistenzsysteme sind zwar praktisch, doch wie sieht es mit den gesammelten Daten aus, die hinter den Sprachbefehlen stecken? Sind die Ängste vor Datenmissbrauch oder Überwachung durch die digitalen Helfer gerechtfertigt?

Je mehr wir uns mit der Technik und genauer gesagt die Technik uns versteht, desto einfacher werden Bedienung und Umgang mit den kleinen Helfern im Alltag. Kleiner Helfer ist dabei manchmal geradezu untertrieben, denn die Sprachassistenten von heute managen unsere Terminkalender und unseren Musikgeschmack, halten uns auf dem Laufenden was Nachrichten angeht oder erfüllen kleine Rechercheaufträge im Handumdrehen. Für manch einen sind sie so zu einem Teil des Alltags geworden.

Doch mit dem regelrechten Einzug der Sprachassistenten ins digitale Zuhause werden auch Zweifel und Kritik, insbesondere an der Sicherheit der Daten im Internet of Voice laut. Wenn Alexa zu Hause auf dem Wohnzimmerschrank steht und rund um die Uhr Musik abspielt oder lustige Witze erzählt – heißt das dann auch, dass sie die ganze Zeit mithört?

Im Internet of Things wird ständig gelauscht

Grundsätzlich ist es eine simple technische Voraussetzung für alle Geräte, die im Internet of Things miteinander verbunden sind und durch Sprachassistenz bedienbar sind: Sie müssen grundsätzlich mitlauschen. Wer beispielsweise den Befehl „Hey Siri“ oder „Okay Google“ am Smartphone aktiviert hat akzeptiert damit auch, dass das Mikrofon die ganze Zeit läuft. Grundsätzlich wird also die Umgebung die ganze Zeit aufgezeichnet, sodass die Software prüfen kann, ob der Schlüsselbefehl genannt wird. Ist dies nicht der Fall, werden die Datenschnipsel wieder gelöscht. Oder?

Viele Datenschützer und Skeptiker der neuen Technologien meinen, dass wir uns damit unsere eigene Zukunfts-Dystopie erschaffen: Den Spion im Wohnzimmer oder in der Hosentasche, quasi als Teil des eigenen Lebens, auf Schritt und Tritt. Im Gegenzug für etwas Komfort und handfreie Bedienungsmöglichkeiten scheinen wir nicht nur ein paar persönliche Daten, sondern gleich alle Informationen zu unserem Leben preiszugeben. Die Daten mit denen die Technologieriesen Google, Apple, Microsoft und Amazon täglich jonglieren – sie wären ein Traum für jeden Kriminalermittler, für Geheimdienste und Marktforscher, für das Finanzamt, genauso wie für Betrüger und solche, die allerlei kriminelle Aktivitäten planen.

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Datenschutz muss sichergestellt werden

Bisher ist es jedoch nicht erlaubt die Daten in solcher Weise zusammenzubringen oder auszuwerten, dass Rückschlüsse auf einzelne Individuen mit allen Details möglich wären. Doch das ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt und die Datenschutzanforderungen der Europäischen Union müssen beispielsweise nur innerhalb der Mitgliedsstaaten eingehalten werden. Doch viele Rechenzentren der beteiligten Unternehmen sind in den USA oder anderen Ländern beheimatet.

Nach neuer EU-DGSVO spielt das jedoch keine Rolle mehr: Wer in der EU Daten sammelt und verarbeitet, muss diese nun auch nach EU-Recht behandeln. Doch die Kritiker bleiben skeptisch: Wie lässt sich das überprüfen und vor allem, wie lassen sich Lecks vermeiden? Was, wenn die Daten einmal in die falschen Hände geraten? Sind wir alle auf dem Weg gläserne Menschen zu werden?

Dabei sind die Befürchtungen vieler Nutzerinnen und Nutzer lediglich ein Verweis auf die ohnehin immanenten Gefahren solcher Technologien. Die Angst vor ständiger Überwachung, dem Bundestrojaner, aber auch der Datensammelwut vieler Unternehmen nimmt in den Augen vieler Menschen überhand – andere hingegen erfreuen sich am Nutzen der digitalen Errungenschaften.

Letztlich wird es deshalb am Einzelnen liegen, Technologien verantwortungsbewusst zu nutzen und dabei informiert zu handeln und Risiken bewusst einzugehen oder abzulehnen. Doch auch die Politik muss ran: Mit der EU-DGSVO ist eine neue Datenschutznovelle auf dem Weg, doch die Entwickler schlafen nicht und der technologische Fortschritt läuft unaufhaltsam weiter. Neue Technologien schaffen neue Möglichkeiten und bereits in wenigen Jahren wird auch hier der Gesetzgeber nachbessern müssen. Denn an oberster Stelle sollte zu jeder Zeit der Schutz des Individuums stehen.

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