Nokia 3310

EIN TECHNOLOGISCH-NOSTALGISCHER RÜCKBLICK. HEUTE: Nokia-Handys

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10. Jan 2018

Sie sind robust, quasi unzerstörbar, haben eine unendlich lange Laufzeit und solide Grundausstattung – die Rede ist nicht etwa von skandinavischen Autos, sondern von finnischen Handys. Der Klassiker der 90er-Jahre-Nokia-Geräte feierte letztes Jahr sein Retro-Comeback.

Nicht nur für nostalgische Technikfreaks ist es ein großer Moment, sondern auch für alle Liebhaber von Praktikabilität und Funktion: 2017 feierte das Klassikerhandy Nokia 3310 sein Comeback in einer Neuauflage.

Kult der 90er und frühen 00er: Nokia

Die Mobiltelefone des finnischen Herstellers waren insbesondere in den 1990er- und 2000er-Jahren Kult. Sie galten als unzerstörbar, hatten eine schier unendliche Akkulaufzeit und kamen mit einer praktischen Grundausstattung daher. Zu dieser zählten Telefonieren, das Verschicken von SMS und der integrierte Vibrationsalarm. Eigentlich alles, was man von gutem nordischem Design erwartet. Für die damalige Zeit waren vor allem die Möglichkeiten, eigene Klingeltöne zu komponieren, das Plastikgehäuse zu ersetzen und acht Kontakte via Sprachwahl anzurufen, sensationell. Apps gab es damals noch keine, jedoch hatte das Handy das wohl populärste 2D-Spiel aller Zeiten – Snake – schon installiert. Bei diesem Zeittotschläger galt es, einen sich bewegenden Balken – die Schlange – durch ein Spielfeld zu steuern und dabei das erscheinende Futter aufzunehmen, ohne dabei an den eigenen Schlangenkörper zu stoßen, der mit steigender Futteraufnahme wächst.

Auch die kongeniale Erleichterung zum Tippen namens T9 wird wohl vielen in guter Erinnerung geblieben sein. Wie lästig war doch das Tippen auf den ersten Smartphones mit QWERTZ-Tastatur, auf Bildschirmen, die sich immer wieder aufhängten oder einfach viel zu langsam reagierten? Mit der Texteingabe über die klassische Telefontastatur hingegen funktionierte das mit nur einem Finger in Rekordzeit.

Nokia-Handys revolutionierten damals den SMS-Versand:
Das Nokia 3310 war beispielsweise eines der ersten Mobiltelefone, mit denen das Versenden von verknüpften Kurzmitteilungen möglich war. So waren nicht nur 160 Zeichen pro Mitteilung machbar, sondern maximal 459 Zeichen – das entsprach drei SMS.

Auf den ersten Blick erinnert die Neuauflage der Ikone tatsächlich an das Original aus den 90er-Jahren. Die Displayfläche wurde großzügig angepasst und die Navigationsbuttons wurden neu designt. Ansonsten bleibt das riegelförmige Gerät ziemlich nah an seinem Vorbild – von außen betrachtet zumindest.

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Nokias Comeback?

Die Handy- und Smartphone-Sparte des finnischen Telekommunikationskonzerns Nokia gehört seit 2013 schon dem amerikanischen Software- und Hardwaregiganten Microsoft. Nach den großen Erfolgen vor der Jahrtausendwende konnte der Hersteller mit der Konkurrenz von Samsung und von Apple nicht mehr mithalten. Auch anderen erging es ähnlich: Siemens ging zunächst eine Partnerschaft mit BenQ ein und Ericsson mit Sony, bevor beide Marken sich dann jedoch aus dem Privatkundengeschäft mit Mobiltelefonen zurückzogen.

Bei Nokia blieb unter Microsoft zunächst alles beim Alten, bis die Geräte dann ab 2015 das Logo des neuen Besitzers trugen und unter der ehemals von Nokia auf den Markt gebrachten Produktlinie Lumia als Windows Phones fungierten.

Als wenn das nicht schon kompliziert genug wäre, ist Nokia selbst seit einiger Zeit auch wieder auf dem Smartphone-Markt vertreten und baut jetzt Android-Telefone mit den wenig kreativen Namen Nokia 6 und Nokia 8. Und auch das neue Nokia 3310 ist tatsächlich wieder aus dem finnischen Hause Nokia entsprungen und nicht etwa durch Microsoft auf den Markt gebracht worden.

Nostalgie großgeschrieben, aber Tests enttäuschend

Die Herz- und Nierenwerte des „neuen Alten“ sind ein echter Hingucker: Bis zu 31 Tage Akkulaufzeit im Standby-Modus und bis zu 22 Stunden während des Telefonierens. Dazu wurde das Gerät mit einer kleinen 2-Megapixel-Kamera ausgestattet und hat Anschlüsse wie Micro-USB und 3,5 mm AV, um es beispielsweise als MP3-Player nutzen zu können.

Für die Tester vom Technikmagazin Chip ist es dennoch eine Enttäuschung – was die Gesprächsqualität und das Handling angeht, fällt das Gerät durch. Außerdem sind die Tester kritisch: Ist Nostalgie im Technikbereich überhaupt angesagt? Für einen stattlichen Preis von rund 60 Euro halten die meisten Branchenexperten das Retro-Handy für nicht mehr als einen Marketing-Gag. Und auch für Nostalgieliebhaber ist es wohl nicht ganz dasselbe, wie das Original in den Händen zu halten, das vor rund 17 Jahren vorgestellt wurde.

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